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Vollmond und Blutmond fotografieren

von Heiko
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Blutmond am Wolkenhimmel fotografieren | Heiko de Boer

Meine Tipps für die Fotografie des Vollmonds – Mondfinsternis und Blutmond

Woran liegt es, dass uns der Mond rot erscheint?

Die Erklärung ist dazu recht simpel, zumindest, wenn ich mich in dieser Sache kurz fasse: Die Erde befindet sich in dieser Phase zwischen Mond und Sonne. Das Sonnenlicht wird an der Erdatmosphäre gebrochen und nur der rötliche Anteil des Lichtes fällt auf den Mond. Der Mond wird sich also nicht komplett verfinstern und wir können dieses Phänomen bestaunen.

Ausrüstung

Bereits mit einfacher Ausstattung kannst du tolle Aufnahmen machen. Letztendlich geht es mir darum, dein Interesse für diese Fotografie zu wecken. Wenn du danach in die Astrofotografie einsteigen möchtest, wirst du sicher schnell feststellen, dass du eine Unmenge für Ausrüstung ausgeben kannst. Du kannst natürlich auch Objektive und Kameras bei unterschiedlichen Anbietern ausleihen, vielleicht ist das ja für dich interessant.

Darum hier die Basics:

Stativ: insbesondere für die Phase der Mondfinsternis, den Vollmond kannst du aber auch schon aus der Hand fotografieren, dazu weiter unten mehr

  • Fernauslöser (oder Zeitvorwahl der Kamera)
  • Teleobjektiv: >100mm, es sei denn, du möchtest den Mond zusammen mit der Umgebung aufnehmen, dann sind auch geringere Brennweiten möglich)
  • Kamera: im Prinzip eignet sich jedes Format, du brauchst aber auch hier mal wieder die volle Kontrolle, um alle Einstellungen manuell vorzunehmen
  • Optional: Rollei bietet sogenannte Astroklar Nachtlicht Filter gegen Lichtverschmutzung durch künstliche Lichtquellen an, die einen Gelbstich in der Aufnahme verursachen können.

Damit bist du dann auch schon startklar. Mache dir auf jeden Fall einen Plan, wie und wo du die Aufnahme machen möchtest. Denke daran, dir eine Taschenlampe mitzunehmen oder nutze das Licht deines Smartphones, um deine Kamera in der Dunkelheit bedienen zu können.

Einstellungen

Hier kommt es darauf an, welche Phase des Vollmonds oder der Mondfinsternis du fotografieren möchtest.

Folgendes solltest du dazu bedenken: Solange der Vollmond noch zu sehen ist und er nicht in den Schatten der Erde eingetaucht ist, reflektiert dieser das Licht der Sonne. Fokussierst du zu diesem Zeitpunkt auf den Mond, wird dir im Live-View schnell auffallen, dass du bei einer Blende von beispielsweise 8 auf eine recht kurze Belichtungszeit kommst. Mit eingeschaltetem Bildstabilisator ist es dann möglich ohne Stativ aus der Hand zu fotografieren.

Folgende Einstellungen kannst du für die Fotografie des Vollmonds als Richtwert annehmen

  • Manueller Modus der Kamera
  • Autofokus auf den Mond ausrichten
  • Blende 8
  • Verschlusszeit ca. 1/200, bzw. experimentiere ein wenig im Live-View und passe die Zeit an
  • ISO-Automatik deaktivieren, ein Wert von 100 oder 200 ist hier ideal
  • Fotografieren im RAW-Modus

Nutze einfach die Zeit bis zum Beginn der Mondfinsternis und mach die ersten Aufnahmen. Sieh dir das Ergebnis an und justiere bei den Einstellungen etwas nach, bis dir das Ergebnis gefällt.

Mondfotografie Vollmond Heiko de Boer Fotografie

Sony Alpha 6000, 210mm, f/6,3, ISO 100

Phase der Mondfinsternis, der Blutmond

Hierbei ist es so, dass die Helligkeit des Mondes abnimmt wenn er im Erdschatten verschwindet und es unter Umständen schwieriger wird zu fokussieren. Zudem verlängert sich die Belichtungszeit und ein Stativ wird erforderlich.

Als Tipp: Wenn du deinen Bildausschnitt gefunden hast, fokussiere bereits vor Beginn der Finsternis auf den Mond, schalte den Autofokus aus und korrigiere nur im Bedarfsfall manuell ein wenig nach.

Mit schwindender Helligkeit verlängert sich auch die Belichtungszeit. Passe sie einfach im Live-View an, du wirst auch hier mit dem M-Modus arbeiten.

Achtung Erdrotation! Bedenke bitte, dass du die Belichtungszeit nicht über ein gewisses Limit erhöhen kannst, da du sonst ein verwackeltes Bild bekommst. Hier gilt: Je höher die gewählte Brennweite, desto kürzer die maximale Belichtung. Als Beispiel: 50mm Brennweite – maximal 25 Sekunden Belichtung, bei einer Brennweite von 300mm, maximal 1,5 Sekunden Belichtungszeit.

Sollte das Bild dann dennoch zu dunkel sein, wirst du den ISO-Wert erhöhen oder die Blendenzahl reduzieren müssen. Ideal sind hier natürlich lichtstarke Objektive.

Ist das Bild jedoch zu hell, kontrolliere bitte sämtliche Belichtungsautomatiken: ISO-Wert manuell einstellen, vom A(v)-Modus in den M-Modus wechseln.

Natur_1_Blutmond_Oldenburg_Heiko-de-Boer

Meine Aufnahme des letzten Blutmonds – Sony Alpha 6000, 210mm, f6,3, ISO100

Fazit

Auch in Sachen Vollmondfotografie, bzw. Fotografieren einer Mondfinsternis kommt es auf das Experimentieren mit den Einstellungen deiner Kamera an. Auch hier kann ich nur sagen: Mach dir dabei keinen Stress, es braucht ein wenig Verständnis der unterschiedlichen Faktoren, aber auch als Anfänger kommst du zu sehr schönen Ergebnissen.

Die Aufnahmen, die du hier siehst habe ich mit einem relativ lichtschwachen Standard-Zoom gemacht, dem Sony 55-210 F/4,5-6,3. Es ist also nicht ganz unmöglich, mit etwas Geduld den Mond aufs Bild zu bekommen.

Wenn dir das aber alles zu wenig ist und du der NASA Konkurrenz machen möchtest, kann ich dir noch folgendes Buch empfehlen: Astrofotografie: Spektakuläre Bilder ohne Spezialausrüstung.

Weiterführende Links

Wenn du dich für die Fotografie zur blauen Stunde interessierst, sieh hier nach.

Link zum Blogbeitrag zu diesem Thema von der App PhotoPills (englisch): ⇒ A Guide to the best Lunar Eclipses


Bildnachweis Beitragsbild: ©Wutthipong53 – stock.adobe.com

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