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Lightroom Presets – braucht man die wirklich?

von Heiko
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Lightroom Presets | Heiko de Boer

Überflüssig oder Zeitersparnis – ist das denn noch individuell?

Sobald man anfängt, sich mit der digitalen Bildbearbeitung zu beschäftigen, laufen sie einem unaufgefordert über den Weg: Lightroom Presets! Fast jeder Fotograf, den man von YouTube oder einem anderen Social-Media-Kanal kennt, bietet seine ganz eigenen Presets an. Mit einem Klick zum Trendy-Super-Bildlook deines Fotografie Vorbildes. Und mehr als 100.000 Followern können ja schließlich nicht irren.

Ganz ehrlich?! Ich habe natürlich sofort zugeschlagen, als mal wieder in meinem News-Feed dieses unglaubliche “Last-Minute-nur-noch-wenige-Stunden-Angebot” auftauchte. “Die 1000-Topseller-Presets für nur 29,90€”, bei den bekannten Größen gibt es dafür gerade mal 10 bis 30 Presets, also: KAUFEN!

Kauf, Download, Installation…alles kein Problem. Aber dann das Elend: Wie wird denn jetzt mein Bild mit einem Klick zum Eye-Catcher? Die Ergebnisse in der Vorschau waren alles andere als überzeugend. Wie kann das? Auf der Website des Anbieters konnte man doch mittels Schieberegler das Vorher-Nachher-Bild sehen. Und bei mir? 1000 Presets, 50 unterschiedliche Themen-Kategorien, aber der WOW-Effekt blieb aus. Wie kann das sein??

Ich hab es einfach falsch gemacht und das oben genannte “Super-Paket” war völlig überflüssig. Meine Empfehlung: Such dir genau bei deinem Lieblings-Fotografen die Presets raus, die er anbietet und in den meisten Fällen liefert dieser auch ein kleines Tutorial dazu. Ich werde dir hier meine Favoriten kurz vorstellen. Presets, die ich selber benutze und auf Adobe Lightroom CC und Classic CC installiert habe. 

Was sind denn eigentlich Lightroom Presets?

Innerhalb von Lightroom kannst du bei der Bildentwicklung deine ganz individuellen Einstellungen speichern, um sie später auf Bilder anzuwenden, die ähnlich sind (das ist im übrigen der springende Punkt). Du kannst diesen Einstellungen einen Namen zuordnen, damit du weißt: Das ist meine Einstellung für ein Landschaftsfoto mit untergehender Sonne. Hast du an diesem Tag weitere Aufnahmen von dem Ort mit ähnlichen Lichtverhältnissen gemacht, kannst du jetzt einfach dein eigenes, zuvor gespeichertes Preset auf das Bild anwenden. Du sparst also Zeit bei der Entwicklung deiner RAW-Dateien, oder wenn du einer Serie von Bildern einen bestimmten Look verleihen möchtest.

Das Problem

Die Anbieter dieser Presets zeigen die unglaubliche Vorher-Nachher-Bilder. Ein Klick und dein Foto sieht genau so beeindruckend aus, wie in dem Beispiel! Leider weit gefehlt und hier macht sich dann die Enttäuschung breit. Aber warum? Das liegt einfach daran, dass die Presets auf genau das eine Bild angewandt wurden. Ein Foto, welches sich in Belichtung, Tonwert und Weißabgleich deutlich von dem Beispiel unterscheidet, kann also nicht das gleiche Ergebnis bringen. 

Das bedeutet also, wenn dir ein bestimmter Bildlook gefällt, kannst du zwar das Preset nutzen, kommst aber nicht um ein paar individuelle Einstellungen herum. Ein Klick ist damit also immer nur dann möglich, wenn dein Bild dem Ausgangsbild im Beispiel sehr ähnlich ist. 

Brauche ich denn dann überhaupt Presets?

Ich persönlich kann sagen, JEIN! Presets sind für tolle Bilder nicht notwendig, vor allen Dingen wenn deine Aufnahmen sehr unterschiedlich sind. Was ich jedoch gelernt habe: die Presets verraten ein klein wenig was von dem Workflow des Anbieters. Welche Regler zieht er, wo werden Verläufe eingebaut, wie wird die Sättigung angepasst, macht er was im HSL-Bereich? So erschließt sich einem, wie es zu dem Look kommt. Warum zum Beispiel der Insta-Feed so schön gleichmäßig aussieht.

Mein Geständnis: dieses 1000 Einstellungen umfassende “Spar-Paket” habe ich mittlerweile aus meinen Vorgaben entfernt und mich auf wenige, auch wirklich unterschiedliche Presets festgelegt. Das ist auch etwas, worauf ich zukünftig achten werden. Die Einstellungen sollten sich erkennbar unterscheiden und für unterschiedliche Motive geeignet sein. Es macht mir heute auch sehr viel mehr Spaß, ein Preset anzuwenden, ein wenig im Bereich der Licht-Einstellungen anzupassen und einen “eigenen” Look zu kreieren. 

Ein kleiner Tipp

Ich bin mir sicher, dass auch du deine Bilder auf den Social-Media-Kanälen teilst. Wenn du also ein wenig Harmonie in deinen Feed bringen willst, entscheide dich für ein bestimmtes Preset und verwende es zumindest für die nächsten drei Bilder. Bring ein wenig Ordnung in die Farben, vielleicht in den Wintermonaten eher einen etwas helleren Look, im Herbst Rot- und Brauntöne, usw. Oder teste einfach, was dir am besten gefällt.

Meine drei persönlichen Favoriten

#1 Presets by Benjamin Jaworskyj

An erster Stelle, und auch der Grund warum ich mich wieder an Presets gewagt habe:

25 Instagram Lightroom Presets + gratis Videokurs

Hier bekommst du neben den Presets auch noch einen Videokurs, wie du diese am besten einsetzen kannst – UND: was du noch anpassen musst!

37 Presets, Videokurs und Beispielbilder zu einem super Preis (aktuell 20€). Besser kannst du nichts starten!!

Für mich natürlich eine große Erkenntnis, diese Looks verwende ich sehr gern, insbesondere in der Lightroom CC Mobil Version (App). 

#2 Presets by Max Muench

Neben Tipps für außergewöhnliche Kamera-Perspektiven von Fotograf Max Muench, bekommst du hier direkt von Adobe sechs sinnvolle GRATIS Presets zum Download!

In diesem Blogbeitrag der Adobe Creativ Connection wird der Fotograf kurz vorgestellt, du bekommst Tipps zu unterschiedlichen Perspektiven und kannst dir die Vorher-Nachher-Bilder ansehen.

⇒ Hier geht es zu den GRATIS Adobe Presets

#3 Presets by Peter McKinnon

Ich bin mir fast sicher, dass die meisten diesen etwas unruhigen Kanadier kennen (knapp 3 Millionen YouTube Abonnenten!). Fotograf, Filmer und Kaffeetrinker, der in gut verständlichem Englisch Tutorials und Tipps zur Verfügung stellt…und natürlich Lightroom Presets!

Auch diese kann ich wirklich empfehlen.

⇒ Hier geht es zum Shop

Muss es denn unbedingt Adobe Lightroom sein?

Nein, natürlich nicht! Aber zur Zeit ist es noch so, dass die meisten bekannten Fotografen Lightroom nutzen und viele Tutorials herausbringen. Ich bin mir sicher, dass gute Alternativen bereits in den Startlöchern stehen.

Ich mag es einfach, dass Lightroom CC auf dem Handy verfügbar ist, die Bedienung intuitiv und umfangreich und die Presets synchronisiert werden. Foto von der Kamera aufs Smartphone laden, ab in Lightroom-to-go und fertig ist der nächste Post bei Instagram.

Gratis Presets

Wenn du einmal bei Google nach “Lightroom Presets gratis” suchst, wirst du fast erschlagen. Auf unzähligen Seiten kannst du das ein oder andere Preset bekommen. Ich bin mir sicher, dass du dort fündig wirst. Eine Seite (die natürlich auch kostenpflichtige anbietet) ist fixthephoto.com. Es dauert ein wenig, bis man sich dort zurecht gefunden hat, aber man kommt auf ca. 380 Free Presets. Schau dich dort einmal um. 

Hier bekommst du einen Einblick, wie du Presets für Lightroom am besten nutzen kannst

 

Tipp: Videotraining “Lightroom like a Boss”

“Bringe deine Lightroom-Skills auf das nächste Level” – Zweieinhalb Stunden Videotraining mit Hacks, Tipps und Tricks. Verständlich erklärt, inkl. 15 Lightroom-Presets.

Lightroom Videotraining - Hier geht es zum Download

(Klicke auf das Bild oder auf diesen >> LINK <<)

Ein weiteres, sehr gutes Videotraining mit Inhalt auf den Punkt:

  • Arbeiten mit Shortcuts
  • von Querformat zu Hochformat
  • der Solomodus
  • Emails aus Lightroom senden
  • mein Lightroom ist zu langsam
  • intuitives Bearbeiten
  • Lightroom an mehreren Computern nutzen
  • genaueres Arbeiten mit Pfeiltasten
  • die Upright Funktion
  • Verknüpfung mit Photoshop
  • mit Presets arbeiten
  • Presets importieren
  • Lightroom Mobile
  • Synchronisation von App und Katalog
  • Fotos vom Handy auf den Computer ziehen
  • …und vieles mehr

⇒Hier geht es zum Videotraining

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