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Fotografie zur blauen Stunde

von Heiko
2 Kommentare
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5 einfache Tipps für die Fotografie zur blauen Stunde

Nachtaufnahmen oder vielmehr Aufnahmen zur blauen Stunde haben mir immer ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Aber nur, bis ich es einfach ausprobiert habe. Ich habe immer gedacht, dass ich auf unendliche viele Dinge achten muss, im Dunkeln meine Kamera nicht gut genug beherrsche oder sonstiges. Ich kann dir sagen: mit ein paar Einstellungen ist es viel leichter als gedacht. Hier möchte ich dir meine Tipps vorstellen, mit denen auch du schöne Aufnahmen zu blauen Stunde machen kannst.

#1: Die richtige Einstellung

Nachtaufnahmen sind Langzeitbelichtungen, mit dem Automatikmodus kommst du hier also nicht weiter. Ich habe schon unzählige Fotografen gesehen, die in diesem Modus “mal eben schnell ein Foto aus der Hand” machen wollten. Das Ergebnis: der Miniblitz der 5000-Euro-Kamera schnellt hervor, beleuchtet die ersten zwei Meter vor dem Objektiv und hat damit keinerlei Auswirkung auf das Motiv, zudem erhöht sich vermutlich auch der ISO-Wert ins Unermessliche und man bekommt ein wunderbares, rauschendes…naja…”Kunstwerk”. Da wird es selbst für Photoshop unmöglich noch irgendwas heraus zu holen.

Also, wie machen wir das besser mit unserer Einsteigerkamera (an dieser Stelle sei gesagt, dass man mit jeder Kamera, die über die nötigen Funktionen verfügt, sehr schöne Nachtaufnahmen machen kann)?!

Es gibt zwei Varianten

Du machst alles selbst

  • M-Modus
  • ISO 100
  • Blende 8 – 10 um eine durchgängige Schärfe zu bekommen
  • Verschlusszeit: im Live-View (Belichtungsvorschau) die Zeit so wählen, dass du mit der Belichtung zufrieden bist
  • automatischer Weißabgleich (wir haben gemischte Lichtverhältnisse, weshalb eine Vorauswahl zu keinem besseren Ergebnis führt)
  • RAW-Modus
  • Fernauslöser oder Auslösen mit Zeitverzögerung (z.B. 2 Sekunden)

Blendenvorwahl /-priorität (A- oder Av-Modus)

  • A(v)-Modus: du legst Blende 8, 9, 10 fest
  • ISO 100
  • Zeit wird entsprechend berechnet und du siehst, wie lange du die Kamera stillhalten musst.
  • die letzten drei Punkte entsprechen der ersten Variante

Fokussierung

Hier muss ich einfach sagen: Probiere es aus. Ich habe mit dem Autofokus (ob “Breit”, “Mitte”, “Punkt”, etc.) gute Erfahrungen gemacht. Andere schwören auf das manuelle Fokussieren. Aus meiner Sicht hat da jeder seine eigene Vorliebe. Suche dir einen Punkt / Bereich den du fokussieren kannst. Bei geschlossener Blende von 8 und höher bekommst du eine durchgängige Schärfe.

Spiegelvorauslösung

Ich verwende die Sony Alpha 6000. Sie ist eine spiegellose Systemkamera. Wenn du eine DSLR verwendest, empfehle ich zusätzlich die Funktion “Spiegelvorauslösung” (sieh dazu bitte in deinem Handbuch nach). Hierdurch vermeidest du, dass die Kamera beim Auslösen wieder in Schwingung gerät, wenn der Spiegel zurückklappt.

#2: Stabile Unterlage / Stativ

Es versteht sich von selbst, dass du bei einer Belichtungszeit von einer oder mehreren Sekunden eine stabile Unterlage benötigst. Es ist nicht immer zwingend ein Stativ nötig. Eine Bank, ein Tisch, eine Mauer usw. tut es auch. Zum Ausrichten der Kamera kannst du sogar deine Geldbörse, einen Handschuh oder sonstiges benutzen. Ich habe meist ein Mini-Stativ dabei, das passt in jede Tasche und erleichtert das Aufstellen der Kamera. Hauptsache deine Kamera liegt stabil und der Untergrund bewegt sich nicht. Daher solltest du Langzeitbelichtungen nicht von einem wackelnden Boot oder einer stark schwingenden Brücke versuchen, da bekommt selbst der Bildstabilisator Probleme. Womit wir beim nächsten Punkt sind.

#3: Bildstabilisator

Es gibt hier unterschiedliche Ansichten. Ich schließe mich in diesem Fall der gängigen Meinung an: Bildstabilisator aus. Neue Kameras sollen in der Lage sein, die Verwendung eines Statives erkennen zu können. In allen anderen Fällen versucht der Stabilisator ein Wackeln auszugleichen, welches nicht vorhanden ist. Dies beeinträchtigt dann die Aufnahme.

#4: Das Motiv

Grundsätzlich sind alle Motive geeignet, egal ob Landschaft oder Architektur. Denke nur daran, dass du eine Langzeitbelichtung machst und alles was sich bewegt, verwackelt. Bei meinem Beitragsbild kannst du erkennen, dass der Fischkutter am rechten Bildrand leicht verwackelt ist, obwohl die Bewegung während der verhältnismäßig kurzen Verschlusszeit nur minimal war. Ich hätte in diesem Fall (wenn ich schon sich bewegende Objekte wähle) die ISO Zahl ein wenig erhöhen müssen, um die Belichtungszeit zu verkürzen.

An dieser Stelle gelobe ich Besserung für die Zukunft!!

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Blaue Stunde im Oldenburger Hafen und die Lichter der Stadt

#5: Lichter

Achte bei deiner Aufnahme auf strahlende Lichter, Streulicht dass auf die Linse fallen könnte und alles andere, was die Aufnahme stört. Häufig sind es irgendwelche Strahler, die bei einer Langzeitbelichtung ganze Bereiche auf deinem Foto aufhellen und dadurch unschön aussehen.

#6: Uhrzeit

Im Prinzip ist die Uhrzeit egal. Auch wenn man es Nachtaufnahme / Nachtfotografie nennt, bevorzuge ich persönlich immer die blaue Stunde. Durch das Restlicht der Sonne sind so am Himmel noch Strukturen zu erkennen, Spiegelungen im Wasser sind deutlicher und der Kontrast zwischen hellen und dunklen Bereichen ist noch nicht so groß, dass Lichtpunkte nur noch weiß sind und der Himmel schwarz. Aber das bleibt natürlich ganz dir überlassen. Ausprobieren ist auch hier das Zauberwort. Am Ende zählt das Ergebnis, mit dem du zufrieden bist!

TIPP: mach dir keinen Stress!! Die blaue Stunde lässt dir genügend Zeit, weitere Aufnahmen zu machen. Durch das Ausprobieren findest du deinen eigenen Weg!

 

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Blaue Stunde im Greetsieler Hafen mit Fischkuttern und den Lichtern des Ortes

 

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Blaue Stunde im Greetsieler Hafen mit dem Fährschiff Graf Edzard

 

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Dann kann ich dir “Nachtfotografie: Grundlagen” empfehlen.

Erfahre, welches Equipment du benötigst, wie du die Kamera einstellst und welche Motive sich besonders gut eignen.

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(Beitrag enthält Empfehlungs-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Dir entstehen dadurch keine Mehrkosten und du kannst so meinen Blog unterstützen. Vielen Dank, Heiko!)

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2 Kommentare

Ursula Schadel 18. März 2019 - 14:04

Moin, Herr de Boer,
durch Zufall bin ich auf Ihre Seite gestoßen und ich finde Ihre Fotos einfach klasse.
Einzigartig die Fotos zur blauen Stunde. Ich bin die Eignerin des Fahrgastschiffes “Graf Edzard I.” und möchte Sie auf diesem Weg fragen, ob ich Ihre Fotos von unserem Schiff, das hier ja in einer anderen Perspektive als üblich zu sehen ist, auf unserer Homepage und auch auf Facebook veröffentlichen darf. Selbstverständlich mit Ihrem Namen und wenn Sie möchten auch gern mit Internetadresse.
Mit freundlichen aus Greetsiel
Ursula Schadel

Reply
Heiko 18. März 2019 - 14:19

Moin, Moin Frau Schadel!!
Es freut mich sehr, dass Ihnen meine Fotos gefallen! Insbesondere in diesem Fall! Ich werde Ihnen umgehend eine persönliche Nachricht schicken!!

Reply

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