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Fotografie – Die Basics

von Heiko
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Fotografie die Basics Heiko de Boer Fotografie

Natürlich ist es immer Glück

– Henri Cartier-Bresson –

Die Basics

Ich finde Henri Cartier-Bresson trifft es ganz gut. Dabei sei bemerkt, dass er mit dem Hasselblad Foundation Award ausgezeichnet wurde, der an Fotografen als Anerkennung für bedeutende Leistungen verliehen wird. Er kann damit also nicht ganz falsch liegen.

Zu Beginn möchte ich dir sagen: Es ist alles halb so schlimm! Und das meine ich auch so.

Ich bin selbst immer wieder auf der Suche nach neuen Informationen, Tipps, Ratschlägen und bezeichne mich definitiv als Anfänger, oder vielleicht etwas besser: ständig Lernender mit ein paar Erfahrungs-Skills.

Die Kunst ist es nämlich – aus meiner Sicht – nicht DAS technisch perfekte Foto zu machen, sondern ein Ergebnis zu bekommen, das der eigenen Persönlichkeit am ehesten entspricht. Eben Kunst durch Fotografie.

Ich stehe darauf, wenn der Horizont gerade ist (es sei denn, ich habe bewusst auf einen Winkel geachtet), das Leuchten eines Sonnenuntergangs intensiv und warm ist, eben so, wie ich es vor Ort empfunden habe. Ich mag tolle Kontraste, Komplementärfarben und eine ausgeglichene Bildharmonie. In diesen Fällen helfe ich durchaus ein wenig nach.

Eine Empfehlung, die ich dir als absolute Grundlage geben möchte: Mach einfach, geh raus, sieh dich um und denke nicht zu viel nach, du wirst deinen Stil finden. Bildideen entstehen manchmal erst in dem Augenblick. Vom Schnappschuss zum Bild des Jahres.

Wer als Anfänger die Gestaltungsregeln der Fotografie ignoriert, hat keinen Verstand. Wer sich aber fotolebenslang daran klammert, hat keine Phantasie.
– Detlev Motz –

Was du wissen solltest

Es gibt ein paar wenige Dinge, die du berücksichtigen solltest, die Gestaltungsregeln und das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO. Wenn du das drauf hast, fängt deine Kreativität an.

Ich möchte mich gern kurz fassen und die Dinge in wenigen Worten auf den Punkt bringen.

“Aber stopp mal…was für eine Kamera brauche ich denn eigentlich?”

Diese Frage kann ich dir nicht pauschal beantworten, oder vielleicht doch: eigentlich ist es egal und richtet sich nur nach dem dir zur Verfügung stehendem Budget. Du wirst eine Unmenge an Videos bei YouTube zu diesem Thema finden. Von billig bis unbezahlbar ist alles dabei, von Hot bis Schrott und jeder hat eine andere Meinung dazu. Eine teure Kamera verzeiht vielleicht eher “Einstellungsfehler” als ein günstigeres Modell, aber du wirst auch dann nicht um Korrekturen bei der Bildbearbeitung herum kommen.

Du bist derjenige, der das Bild macht, nicht die Kamera.

Diese Entscheidung möchte ich darum allein dir überlassen. Sieh dich einfach in deiner Preisklasse um, probiere die Kameras im Laden aus und schlag zu. Ich verspreche dir: Du wirst wunderschöne Fotos machen!

Hier sind meine Beispiele für Aufnahmen mit dem Sony Kit-Objektiv 16-50mm:

Oldenburg 3 | Gänse im Schlossgarten

Freilaufende Gänse im Oldenburger Schlossgarten.

 

Oldenburg 4 | Dobbenteiche | Sonnenuntergang

Sonnenuntergang am Dobbenteich in Oldenburg

 

Krummhörn 6 | Upleward | Sonnenuntergang

Sonnenuntergang in Upleward

 

Das Equipment, welches wir gebrauchen, spielt nur eine kleine Rolle. Vielmehr kommt es darauf an, es zu beherrschen.
– Sam Abell –

Mein Tipp

Lerne erstmal alle Einstellungen deiner Kamera genau kennen, probiere alle Funktionen aus, finde heraus wie du am besten mit der Technik umgehen kannst, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Gib dein Geld lieber für Kurztrips, Workshops und Fotoreisen aus. Lerne Land und Leute kennen. Das wird dich mit Sicherheit weiter bringen, auch an Erfahrung.

Kurz die technischen Basics

Blende

Im Englischen “Aperture”, bezeichnet die im Objektiv befindliche mechanische Vorrichtung, die die einfallende Lichtmenge reguliert. Diese Öffnung kann vergrößert oder verkleinert werden. Wie weit sich die Lamellen der Blende öffnen lassen, ist von der Qualität des Objektivs abhängig und variiert somit.

Du kannst mit der Blende also festlegen, wie viel Licht auf den Sensor fällt.

  • eine kleine Blendenzahl (f) steht für eine große Öffnung, den maximalen Wert bezeichnet man als “Offenblende”
  • eine große Blendenzahl steht für eine geringe Öffnung

Des Weiteren bestimmt die Öffnung der Blende die Schärfentiefe der Aufnahme.

Je weiter die Blende geschlossen ist, desto größer ist die Schärfentiefe (sowohl Vordergrund als auch Hintergrund sind scharf).

Wird die Blende weit geöffnet, verringert sich der Schärfentiefe Bereich (der fokussierte Bereich ist scharf, alles was davor, bzw. dahinter liegt, ist unscharf)

Auf dem Kit-Objektiv meiner Sony Alpha 6000, ein Zoom-Objektiv, steht zum Beispiel: 3,5 – 6,5 / 16 – 50.

Was bedeutet das?

Ganz einfach: bei einer Brennweite von 16mm beträgt die maximale Offenblende f/3,5, bei einer Brennweite von 50mm f/6,5.

Daran kannst du schon erkennen, wie “lichtstark” das Objektiv bei einer langen Brennweite ist. Besonders lichtstark sind dabei Objektive, die einen Blendenwert von f/1,8 oder noch geringer haben.

Solche Werte finden sich in der Regel bei Festbrennweiten, also Objektive, die nicht über einen Zoom verfügen. Wegen dieser Eigenschaft, werden sie gern bei Portrait-Aufnahmen benutzt, um einen schönen Bokeh-Effekt zu bekommen (unscharfer Hintergrund, scharfes Gesicht).

Belichtungszeit

Mit der Belichtungszeit bestimmst du, wie lange Licht auf den Bildsensor fällt. Hierdurch wird ein Bild entweder genau richtig belichtet, überbelichtet oder unterbelichtet.

Außerdem hängt hiervon ab, ob du die Aufnahme verwacklungsfrei aus der Hand machen kannst, oder die Belichtungszeit so lang gewählt werden muss, dass ein Stativ erforderlich wird.

Bei einigen Kameras bekommst du in der Anzeige schon eine “Warnung” auf dem Display angezeigt, wenn die Gefahr besteht, dass es bei den gewählten Einstellungen zur Verwacklung kommen kann.

Du kannst dir merken: Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite. Beispiel: 100 mm Brennweite, mindestens 1/100 s oder eine noch kürzere Verschlusszeit, um eine Verwackelung zu vermeiden. Bildstabilisatoren im Objektiv oder auch in der Kamera ermöglichen hier jedoch eine gewisse Toleranz.

Welche Belichtungszeit du verwendest, hängt nun also davon ab, was du fotografierst und welche Aussage du im Bild haben möchtest. Wenn du Bewegungen einfrieren willst, solltest du eine sehr kurze Belichtungszeit wählen (zum Beispiel tobende Affen im Zoo oder einen Wasserfall / Springbrunnen bei dem du noch einzelne Tropfen erkennen möchtest).

Für fließende Bewegungen hingegen, ist eine länge Belichtung erforderlich.

ISO

Bei digitalen Kameras steht der ISO-Wert für die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Im analogen Bereich bezeichnet er die Filmempfindlichkeit. Mit deiner digitalen Kamera hast du also den großen Vorteil, diesen Wert auf die jeweilige Lichtsituation anzupassen.

Ganz grob lässt sich der ISO-Wert in drei Bereiche einteilen, wobei dies auch immer von der individuellen Leistung deiner Kamera abhängig ist:

  • ISO 100 – 200     Aufnahme bei Tageslicht, Sonnenschein
  • ISO 400 – 800     Aufnahme bei Dämmerung
  • ISO über 800      Aufnahme bei Nacht, in dunklen Räumen

Niedrige Zahl = geringe Lichtempfindlichkeit des Sensors, es wird also mehr Licht benötigt um korrekt zu belichten

Höhe Zahl = hohe Lichtempfindlichkeit, für eine ausreichende Belichtung ist weniger Licht notwendig

Beachte jedoch, dass eine höhere ISO-Zahl das Bildrauschen verstärkt, was bei der Aufnahme zu weniger Kontrast und einer gewissen Unschärfe führt.

Mein “persönlicher” ISO-Bereich, den ich bei der Alpha 6000 für Aufnahmen nutze, liegt zwischen ISO 100 und ISO 3200.

Blende – Belichtungszeit – ISO im Zusammenhang

Wenn du also im manuellen Modus (M) fotografierst, solltest du den Zusammenhang dieser drei Einstellmöglichkeiten kennen.

“Technische Beschreibung”

Belichtungszeit, Blende und Empfindlichkeit sind die für die Belichtungsintensität ausschlaggebenden Komponenten, die untrennbar miteinander verbunden sind.

Mit jeder ganzen Blendenstufe verdoppelt oder halbiert sich die Lichtmenge, die auf den Sensor oder Film fällt.

Dieses System basiert darauf, dass sich die Fläche eines Kreises vervierfacht, wenn sich sein Umfang verdoppelt.

Im Umkehrschluss heißt das auch, dass eine Verdopplung bzw. Halbierung der Verschlusszeit den selben Einfluss auf die Lichtmenge hat.

Beispielhaft ergibt sich also bei folgenden Varianten eine identische Belichtung:

  • 30 Sekunden bei Blende f/8 und ISO 100
  • 15 Sekunden bei Blende f/5.6 und ISO 100
  • 15 Sekunden bei Blende f/8 und ISO 200

Das heißt:

Jede Reduzierung der Empfindlichkeit um einen Wert, ergibt eine Verdopplung der Belichtungszeit.

Jede Reduzierung um einen Blendenwert, ergibt eine Verdopplung der Belichtungszeit

“Bildliche Beschreibung”

Stelle dir alle drei Bereiche einmal wie Füllstände in drei halb gefüllten Gläsern vor. Die Gesamtflüssigkeitsmenge muss dabei immer gleich bleiben, du kannst nicht aus einem Glas einfach etwas abtrinken. Aber die Flüssigkeit kann auf ein anderes Glas oder beide anderen Gläser verteilt werden.

Bei einer “korrekt” belichteten Aufnahme hast du ein ausgewogenes Verhältnis von Blende, Belichtungszeit und ISO.

  • Willst du nun bei gleichen Lichtverhältnissen zum Beispiel die Belichtungszeit verkürzen, weil du eine Bewegung einfrieren möchtest, musst du folglich die Blende weiter öffnen, oder den ISO erhöhen.
  • Wenn du in der Schärfentiefe variieren möchtest, für ein tolles Bokeh die Blende also weit öffnest, bedeutet das, dass du die Belichtungszeit verkürzen solltest, um keine überbelichtete Aufnahme zu haben.

Eine Besonderheit bilden da Nachtaufnahmen (Hier findest du mehr zu dem Thema).

Es wirkt am Anfang etwas verwirrend, vor allen Dingen, wenn du zunächst noch auf der Suche nach deinem Lieblingsthema in der Fotografie bist. Mit einer Einsteigerkamera und dem Kit-Objektiv hast du aber die Möglichkeit viel auszuprobieren.

Einfach “Machen”

Mach dich mit dem “M-Modus” deiner Kamera nicht verrückt, aber probiere ihn unbedingt aus. Ich persönlich halte nicht viel vom Automatik-Modus (P), oder der Wahl irgendwelcher Kreativ-Programme, sie sind auch nicht notwendig.

Du wirst die Technik besser verstehen, wenn du “Fehler” machst. Aber da heute keine Filme mehr entwickelt werden müssen, bekommst du das Ergebnis sofort geliefert.

Bevor du direkt mit dem M-Modus startest, kannst du dich gern mit den beiden Prioritäts-Modi (A/Av-Modus (Blendenpriorität) und S/Tv-Modus (Zeitvorwahl)) an ein korrekt belichtetes Bild herantasten.

Beim A/Av-Modus gibst du die Blendenöffnung vor, also dein gestalterisches Mittel für die Schärfentiefe und die Belichtungszeit wird automatisch berechnet.

Im S/Tv-Modus bestimmst du die Belichtungszeit, somit kannst du festlegen, ob eine Bewegung eingefroren werden soll, oder der Wasserfall schön fließend zu sehen ist. Dabei wird dann die Blendenzahl von der Kamera berechnet.

“Die Tatsache, dass eine im konventionellen Sinn technisch fehlerhafte Aufnahme gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.”
– Andreas Feininger –

Fazit technische Basics

In erster Linie möchte ich, dass du Spaß am Fotografieren hast und damit deine Kreativität auslebst, dein eigenes Ding machst. Ich persönlich möchte schöne Bilder machen und nur in seltenen Fällen habe ich die Zeit und Geduld alles händisch einzustellen. Viel wichtiger sind mir Bildgestaltung und Ausdruck, außerdem habe ich kein Fotostudio mit einer teuren Ausstattung.

Meine Einstellungen

Tierfotografie

Wenn ich im Zoo oder Tiergarten unterwegs bin, ist klar, dass ich eine kurze Belichtungszeit brauche, um die Bewegung der Tiere “einzufrieren”. Ich wähle dabei den S-Modus und eine Zeitvorwahl von 1/2000 oder kürzer, je nach Bewegungsgeschwindigkeit. Außerdem sollten hierbei die Lichtverhältnisse günstig sein, also ausreichend Licht. Nach ein paar Testaufnahmen sehe ich dann auch schon, wie sich Blende und ISO in der Situation verhalten.

Landschaftsfotografie / Architektur

Hier möchte ich gern eine große Schärfentiefe haben, eine detailreiche Aufnahme. Also wechsele ich in den A-Modus und eine Blendenvorwahl von f/8 – f/16. Nach der ersten Aufnahme sehe ich auch hier, wie in der jeweiligen Situation Belichtungszeit und ISO reagieren. Langzeitaufnahmen werde ich in diesem Zusammenhang nochmals gesondert beschreiben.

Portrait / Detailaufnahmen

Ganz ähnlich wie bei der Landschaftsfotografie, lege ich auch hier den Blendenwert im A-Modus fest. Für mich spielen hier ein geringer ISO-Wert (Automatik reduziere ich dabei auf einen Bereich von 100 – 400) und die Bildkomposition eine große Rolle. Sollte die Aufnahme dennoch unterbelichtet sein, empfiehlt es sich, die Lichtsituation zu verbessern (Blitz / Leuchten / andere Tageszeit).

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